Stellenmeldepflicht ab 2022

Die Liste der meldepflichtigen Berufsarten wird jeweils im vierten Quartal eines Jahres aktualisiert und gilt für die Dauer vom 1. Januar bis 31. Dezember des nachfolgenden Jahres. Für die Unterstellung von Berufsarten unter die Stellenmeldepflicht gilt als einziges Kriterium die Arbeitslosenquote von mindestens 5 Prozent in einer Berufsart.

Die Quoten werden gesamtschweizerisch und anhand des Durchschnitts über zwölf Monate in Berufsarten gemäss der Schweizerischen Berufsnomenklatur CH-ISCO-19 des Bundesamtes für Statistik (BFS) berechnet. 

Liste der meldepflichtigen Berufsarten 2022 (PDF, 246 kB, 29.11.2021)

Mit dem Check-Up 2022 können Sie einfach und schnell prüfen, ob Ihre Stelle meldepflichtig ist.

 

Erläuterungen zur Liste der meldepflichtigen Berufsarten 2022

Bereits die Liste der meldepflichtigen Berufsarten für das Jahr 2021 widerspiegelte den Anstieg der Arbeitslosenquote im Zuge der Covid-19-Pandemie. Aufgrund der anhaltend überdurchschnittlichen Arbeitslosenquote in den von der Pandemie am stärksten betroffenen Berufsarten fallen im Jahr 2022 weitere Berufsarten unter die Stellenmeldepflicht. Alle Berufsarten, die 2021 meldepflichtig waren, werden auch 2022 der Meldepflicht unterliegen. Zusätzlich kommen ab 2022 folgende Berufsarten hinzu:

  • Verkäufer/innen in Handelsgeschäften
  • Fachkräfte in Marketing und Werbung
  • Grafik- und Multimediadesigner/innen
  • Lackierer/innen und verwandte Berufe
  • Reiseverkehrsfachkräfte 


Das SECO ist sich bewusst, dass die im Vergleich zum Vorjahr erweiterte Berufsliste für die Stellenmeldepflicht für das Jahr 2022 den Anstieg der Arbeitslosenquote im Zuge der Covid-19-Pandemie widerspiegelt, aber die günstigen Arbeitsmarktprognosen für die kommenden Monate unberücksichtigt zu lassen scheint. Wie nachfolgende Argumente verdeutlichen, ist eine ausserordentliche Anpassung der Liste für das Jahr 2022 jedoch weder aus juristischer noch aus ökonomischer Sicht angezeigt:

  • Die derzeitigen Rechtsvorschriften im Ausländer- und Integrationsgesetz (AIG) sowie in der Arbeitsvermittlungsverordnung (AVV), welche die Erstellung dieser Liste ausdrücklich regeln, lassen keinen Spielraum für mögliche Änderungen derselben im Falle besonderer Situationen, wie z. B. der Covid-19-Pandemie, zu.
  • Die meisten der neu hinzukommenden Berufe haben bereits in den letzten Jahren den Schwellenwert von 5 Prozent bei der Arbeitslosigkeit nur knapp unterschritten, weshalb die neue Berufsliste für die Stellenmeldepflicht im Lichte der wirtschaftlichen Entwicklung plausibel ist.
  • Eine zu rasch ändernde Liste ist für die Umsetzung der Stellenmeldepflicht nicht praktikabel. Insbesondere würde die Planungssicherheit der Unternehmen beeinträchtigt.
  • Die Meldung offener Stellen beim RAV kann sich für Arbeitgeber auszahlen. Sie können von den kostenlosen Vermittlungsleistungen der öffentlichen Arbeitsvermittlung und von einem Job-Room-Account profitieren.
  • Insbesondere in einer Aufschwungsituation wie der gegenwärtigen Erholung des Arbeitsmarktes kann sich der Nutzen von Stellenmeldungen erhöhen. Für die Arbeitgeber, weil es ihre verstärkten Rekrutierungsbemühungen unterstützt. Für die Stellensuchenden, weil es generell mehr offene Stellen zu besetzen gibt.
  • Stellensuchende sollen im Sinne der beruflichen Mobilität auch nach Stellen ausserhalb ihrer bisherigen Tätigkeit suchen.
  • Die Arbeitslosenquote hat trotz sinkender Zahlen das tiefe Niveau, wie es vor der Co-vid-19-Pandemie bestanden hat, noch nicht erreicht. Der Schwellenwert von 5 Prozent liegt deutlich über der Arbeitslosenquote von aktuell knapp 3 Prozent.
https://www.arbeit.swiss/content/secoalv/de/home/menue/unternehmen/stellenmeldepflicht/stellenmeldepflicht-ab-2022.html