Schweizer Arbeitsmarktbarometer

Das Schweizer Arbeitsmarktbarometer ist ein monatlicher Frühindikator, der auf einer Befragung von Arbeitsmarktexpertinnen und -experten ausgewählter Arbeitsvermittlungszentren in 22 Kantonen beruht.

Schweizer Arbeitsmarktbarometer sinkt den dritten Monat in Folge ab

Schweizer Arbeitsmarktbarometer im Juli 2022_DE.PNG

Das Schweizer Arbeitsmarktbarometer ist zwischen Juni und Juli 2022 um 0,8 Prozentpunkte auf 101,6 abgesunken. Damit prognostizieren die Arbeitsmarktexpertinnen und –experten eine weitere Verlangsamung des Aufschwungs auf dem Arbeitsmarkt für die nächsten drei Monate. Insgesamt sind die Arbeitsmarktaussichten aber weiterhin positiv.

«Die Arbeitsmarktexpertinnen und –experten sehen trotz der tiefen registrierten Arbeitslosigkeit in Höhe von 2.2 Prozent (saisonbereinigt) im Juli 2022 noch Potenziale für einen weiteren Rückgang der registrierten Arbeitslosigkeit (saisonbereinigt) in den nächsten drei Monaten. Im Hinblick auf die kurzfristige Entwicklung der Beschäftigung (saisonbereinigt) gehen sie davon aus, dass Unternehmen Neueinstellungen angesichts der globalen Unsicherheiten bereits etwas vorsichtiger planen als noch im Frühjahr», kommentiert Oliver Schärli, Leiter des Leistungsbereichs Arbeitsmarkt / Arbeitslosenversicherung am SECO, die Juli-Ergebnisse des Schweizer Arbeitsmarktbarometers. 


Stärkerer Rückgang bei der Beschäftigung

Schweizer Arbeitsmarktbarometer bis Juli 2022_DE.PNG


Mit 101,8 (registrierte Arbeitslosigkeit, saisonbereinigt) bzw. 101,5 (Beschäftigung, saisonbereinigt) werden auch beide Komponenten des Arbeitsmarktbarometers im Juli 2022 zum dritten Mal in Folge etwas tiefer bewertet als in den jeweiligen Vormonaten. Im Juli fällt der Rückgang bei der Beschäftigung höher aus als bei der Arbeitslosigkeit (Rückgang von 1,1 Prozentpunkten bei der Beschäftigung vs. Rückgang von 0,5 Prozentpunkten bei der Arbeitslosigkeit).


Methodik

Das Schweizer Arbeitsmarktbarometer ist ein monatlicher Frühindikator, der auf einer Befragung von Arbeitsmarktexpertinnen und -experten ausgewählter Arbeitsvermittlungszentren in 22 Kantonen beruht. Die Erhebung wird seit Mai 2021 in Kooperation mit dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Deutschland und dem Europäischen Arbeitsmarktbarometer durchgeführt.

Während Komponente A des Barometers die Entwicklung der saisonbereinigten Arbeitslosenzahlen für die nächsten drei Monate anzeigt, prognostiziert Komponente B die Beschäftigungsentwicklung. Der Durchschnitt aus den Komponenten «Arbeitslosigkeit»  und «Beschäftigung» ergibt den Gesamtwert des Barometers. Dieser Indikator gibt somit einen Ausblick auf die Gesamtentwicklung des Arbeitsmarktes. Die Skala reicht von 90 (sehr schlechte Entwicklung) bis 110 (sehr gute Entwicklung).
 

Europäisches Arbeitsmarktbarometer

Das Europäische Arbeitsmarktbarometer wird seit Juni 2018 gemeinsam mit den öffentlichen Arbeitsverwaltungen der Teilnehmerländer und dem IAB durchgeführt. Aktuell nehmen 17 Länder an der Befragung teil. Dazu gehören: Österreich, Bulgarien, Zypern, die Tschechische Republik, Dänemark, Belgien-DG, Belgien-Flandern, Deutschland, Island, Liechtenstein, Litauen, Luxemburg, Malta, Polen, Portugal, die Schweiz und Belgien-Wallonien.

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