Schweizer Arbeitsmarktbarometer

Das Schweizer Arbeitsmarktbarometer ist ein monatlicher Frühindikator, der auf einer Befragung von Arbeitsmarktexpertinnen und -experten ausgewählter Arbeitsvermittlungszentren in 22 Kantonen beruht.

Weiterhin leichte Verbesserung des Arbeitsmarkts prognostiziert


Das Schweizer Arbeitsmarktbarometer ist im Dezember 2021 um 1,1 Punkte auf 100,1 (saisonbereinigt) gesunken. Damit erreicht der Indikator den vorerst tiefsten Wert seit seiner Lancierung im Mai 2021 liegt aber immer noch im positiven Bereich.

«Die Schweizer Arbeitsvermittlungen sehen, dass die Inanspruchnahme der Kurzarbeitsentschädigung weiterhin rückläufig ist und erneute umfassende Einschränkungen der wirtschaftlichen Aktivität in ganzen Sektoren ausgeblieben sind. Einhergehend mit diesen Rahmenbedingungen werden die kurzfristigen Beschäftigungsaussichten weiterhin als gut eingeschätzt. Für die registrierte Arbeitslosigkeit hingegen erwarten die Arbeitsvermittlungen nun erstmals keinen weiteren Rückgang innerhalb der nächsten drei Monate», kommentiert Oliver Schärli, Leiter des Leistungsbereichs Arbeitslosenversicherung / Arbeitsmarkt am SECO, die Dezember-Ergebnisse des Barometers.
 

Aussichten für Beschäftigung besser eingeschätzt
Mit 99,2 fällt die Einschätzung der kurzfristigen Entwicklung der registrierten Arbeitslosigkeit (saisonbereinigt) im Dezember 2021 erstmalig negativ aus, während die Entwicklung der Beschäftigung (saisonbereinigt) mit 101,0 weiterhin als gut bewertet wird. Im Gegensatz zu den Frühjahrs- und Sommermonaten erfährt die kurzfristige Entwicklung der Beschäftigung seit dem September eine bessere Bewertung als diejenige der registrierten Arbeitslosigkeit. Letztere hatte mit Werten zwischen 103,3 und 103,8 in den Monaten Mai bis Juli 2021 eine sehr gute Bewertung erfahren. Auch real verringerte sich die Arbeitslosigkeit (saisonbereinigt) im Evaluationszeitraum deutlich.

Methodik

Das Schweizer Arbeitsmarktbarometer ist ein monatlicher Frühindikator, der auf einer Befragung von Arbeitsmarktexpertinnen und -experten ausgewählter Arbeitsvermittlungszentren in 22 Kantonen beruht. Die Erhebung wird seit Mai 2021 in Kooperation mit dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Deutschland und dem Europäischen Arbeitsmarktbarometer durchgeführt.

Während Komponente A des Barometers die Entwicklung der saisonbereinigten Arbeitslosenzahlen für die nächsten drei Monate anzeigt, prognostiziert Komponente B die Beschäftigungsentwicklung. Der Durchschnitt aus den Komponenten "Arbeitslosigkeit" und "Beschäftigung" ergibt den Gesamtwert des Barometers. Dieser Indikator gibt somit einen Ausblick auf die Gesamtentwicklung des Arbeitsmarktes. Die Skala reicht von 90 (sehr schlechte Entwicklung) bis 110 (sehr gute Entwicklung).
 

Europäisches Arbeitsmarktbarometer

Das Europäische Arbeitsmarktbarometer wird seit Juni 2018 gemeinsam mit den öffentlichen Arbeitsverwaltungen der Teilnehmerländer und dem IAB durchgeführt. Aktuell nehmen 17 Länder an der Befragung teil. Dazu gehören: Österreich, Bulgarien, Zypern, die Tschechische Republik, Dänemark, Belgien-DG, Belgien-Flandern, Deutschland, Island, Liechtenstein, Litauen, Luxemburg, Malta, Polen, Portugal, die Schweiz und Belgien-Wallonien.

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